Drei in den USA tätige österreichische Forscher sind von Bildungsministerin Iris Rauskala mit den ASCINA-Awards ausgezeichnet worden. Zum Abschluss des „Austrian Research and Innovation Talk“ (ARIT) in New York erhielten die beiden Computerwissenschaftler Manuel Egele und Johannes Reiter sowie der Chemiker Hannes Mikula die für exzellente Publikationen vergebenen Preise.

Die Preise werden vom Bildungsministerium und dem Verein ASCINA (Austrian Scientists and Scholars in North America) nach Begutachtung durch den Wissenschaftsfonds FWF verliehen. Ausgezeichnet werden junge Forscher für im Vorjahr publizierte Arbeiten, die an nordamerikanischen Forschungseinrichtungen entstanden sind.

Der mit 10.000 Euro dotierte „Junior Principal Investigator“-Award ging an den gebürtigen Dornbirner Manuel Egele (37), der im Bereich Internet-Sicherheit forscht. Er hat in seiner im Vorjahr auf der „Asia Conference on Computer and Communications“ vorgestellten Arbeit die Studien anderer Teams über die Möglichkeiten zur Identifikation von Schadsoftware unter die Lupe genommen und gezeigt, dass „etliche dieser Studien Annahmen treffen, die nicht der Realität entsprechen“, wie er erklärte. Die ausgezeichnete Arbeit ist Teil eines größeren Forschungsprojekts, das heuer von der US-National Science Foundation mit 1,2 Mio. Dollar gefördert wurde, und zum Ziel hat, inwieweit man Hardware und Software in Kombination zur Beurteilung von Programmen nutzen kann. Egele hat sein Master- und Doktoratsstudium in Computerwissenschaften an der Technischen Universität (TU) Wien absolviert. Seit 2014 ist er als Assistant Professor an der University of Boston tätig.

Der aus Sankt Pölten stammende Johannes Reiter (33) erhielt einen der beiden mit je 7.500 Euro dotierten ASCINA-Preise für „Young Scientists“. In seiner im Vorjahr im Fachjournal „Science“ veröffentlichten Arbeit zeigte er mit biomathematischen Methoden und an Patienten, dass sich die Mutationen in Krebs-Metastasen kaum von jenen im Primärtumor unterscheiden – eine Erkenntnis, die relevant für die Therapieentscheidung in der personalisierten Krebsbehandlung ist. Reiter studierte ebenfalls an der TU Wien und absolvierte sein PhD-Studium in Computerwissenschaften am Institute of Science and Technology (IST) Austria. 2017 begann er als Postdoc an der Harvard University und ist derzeit Assistant Professor an der Stanford University.

Der zweite Preis für „Young Scientists“ ging an den Burgenländer Hannes Mikula (36). In seiner im „Journal of the American Chemical Society“ veröffentlichten Arbeit beschreibt er einen neuartigen Ansatz um chemische Bindungen sicher in einem lebenden Organismus spalten zu können. Das könnte etwa für die Krebsdiagnose oder -therapie eingesetzt werden, letzteres etwa um Wirkstoffe nur im Tumor ihre Wirkung entfalten zu lassen. Mikula wechselte nach seinem Studium der Technischen Chemie an der TU Wien als Postdoc in die USA, wo er u.a. an der Harvard Medical School beschäftigt war. Seit 2018 leitet er eine Forschungsgruppe am Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien.

Der ARIT ist ein vom „Office of Science and Technology Austria“ (OSTA) in Washington D.C. im Auftrag von Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium organisiertes jährliches Netzwerktreffen zwischen österreichischen Experten und in Nordamerika tätigen österreichischen Wissenschaftern. Das Netzwerk ASCINA wurde 2002 in Washington D.C. gegründet und hat weltweit über 1.200 Mitglieder. (APA)

Kontakt:

Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
scilog.fwf.ac.at | @FWF_at | @FWFOpenAccess

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