Zukunftskollegs: Postdoc-Programm für innovative, interdisziplinäre Teams

Mit Unterstützung des Österreich-Fonds schreibt der FWF die „Zukunftskollegs“ aus, ein Kooperationsprogramm zwischen ÖAW und FWF, und lädt zur Einreichung einer Projektskizze (EoI – Expression of Interest) ein.

Zielgruppe

  • Ein international herausragendes Team an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern (Postdocs aus dem In- und Ausland bis max. 4 Jahre nach der Promotion1) aller Wissenschaftsdisziplinen2 , insbesondere auch der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, bildet ein Zukunftskolleg an österreichischen Forschungsstätten.
  • Ein/e Forscher/in tritt als Koordinator/in des Zukunftskollegs auf. Jede/r Wissenschaftler/in darf sich nur an einem Antrag für ein Zukunftskolleg beteiligen.
  • Die formale Antragstellung erfolgt durch die österreichische Forschungsstätte; es besteht keine Begrenzung der Zahl der Anträge, die von einer Forschungsstätte eingebracht werden können. Eine Forschungsstätte kann somit mehrere Anträge stellen.
  • Sollten Fragen hinsichtlich der Anbindung an eine geeignete Forschungsstätte bestehen, können potenzielle Antragssteller/innen sich persönlich an Mitglieder des Präsidiums des FWF bzw. der ÖAW wenden und sich entsprechend beraten lassen.

Zielsetzung

  • Förderung von jungen Postdocs (max. 4 Jahre nach der Promotion)
  • Die mittelfristige Forschungszusammenarbeit (bis zu 4 Jahre) zu einem komplexen, aktuellen Thema in gemischten Teams von mind. 3 bis max. 5 Forschenden3 soll ermöglicht werden.
  • Die Forschungszusammenarbeit soll fachgrenzenübergreifend und interdisziplinär zu innovativen Themen erfolgen.
  • Die wissenschaftliche Fragestellung soll an mindestens zwei Forschungsstätten bzw. mindestens an zwei Organisationseinheiten4; einer Forschungsstätte vertieft oder neu konsolidiert werden.

Anforderungen

Vor der Einreichung einer Projektskizze („Expression of Interest“) müssen die Forschenden des Zukunftskollegs gemeinsam eine Abstimmung zu den unten dargestellten Anforderungen vornehmen. Im Falle einer Einladung zum Vollantrag ist dieser entsprechend zu gestalten und mit der antragstellenden bzw. der/den beteiligten Forschungsstätte/n abzustimmen:

Forschungsprogramm

  • Stand der Forschung, auf der das Zukunftskolleg aufbaut
  • Darstellung der gemeinsamen Ziele, Fragen und Begriffe im Zukunftskolleg
  • Interdisziplinäre5, innovative6 Forschungsansätze im Forschungsprogramm des Zukunftskollegs
  • Prägnante Darstellung des innovativen und „cutting-edge“ Charakters des Forschungsthemas
  • Beschreibung der thematischen Kohärenz und des zu erwartenden Innovationswertes durch die Zusammenarbeit im Zukunftskolleg:
    • a) unter Verwendung einer kohärenten und konsistenten Begrifflichkeit
    • b) durch Identifizierung der relevanten Merkmale des Problems
    • c) durch Darstellung der zu untersuchenden Aspekte
    • d) durch die Zusammenführung der verschiedenen disziplinären Theorien zu einem gemeinsamen theoretischen Ansatz
    • e) durch die Darstellung wie die Synthese gebildet wird – gemeinsame „Sprache“, theoretische Basis, Einzelleistungen
  • Reflexion/Konzept zur gendergerechten Ausrichtung der Forschungsansätze sofern thematisch relevant; Reflexion zu ethischen Aspekten

Qualität und Zusammensetzung des Forschungsteams

  • Für jede/n Nachwuchswissenschaftler/in
    • a) Beschreibung der Qualifikation, Darstellung der Expertise, des wissenschaftliches Potenzials, der verfügbaren Kapazität und der wissenschaftlichen Vision
    • b) Internationale Kooperation(en)
  • Für das Team
    • a) Darstellung der Zusammenarbeit und Kommunikationsstruktur im Team

Weiterreichende Effekte

Disseminationsstrategien und Wissenschaftskommunikation: Maßnahmen im Hinblick auf Sichtbarkeit des Zukunftskollegs

Dauer

  • Maximal 4 Jahre

Höhe

  • Maximal 500.000 Euro/Jahr; diese Kosten finanzieren: Personalkosten für Postdocs (Leitung) und Mitarbeiter/innen (PhDs, Postdocs), Material-, Geräte-, Reise-, Sonstige Kosten und 5 % allgemeine Projektkosten
  • Zusätzlich 25 % Overheadkosten für die Forschungsstätte

EoI – Expression of Interest inkludiert

  • Das Antragsformular (inkl. wissenschaftliches Abstract) und die Darstellung der wissenschaftlichen Qualifikation7 der beteiligten Forscher/innen
  • Die „Expression of Interest“ muss von der antragstellenden Forschungsstätte in Englisch als PDF-Datei (nicht eingescannt) bis spätestens 28.02.2018 per Email an sabine.haubenwallner(at)fwf.ac.at sowie in Hardcopy unterschrieben per Post (Datum des Poststempels) an den FWF geschickt werden (Kontaktadresse: siehe unten).
    Um eine klare Zuordnung möglich zu machen, wird um Übersendung aller Dateien des Antrages in einer einzigen Email bzw. um Übermittlung aller Hardcopies in einer Postsendung gebeten.
    Die Dateien sollen wie folgt benannt werden:
    • das „Antragsformulars EoI“ benennen Sie bitte als EoI_YIRG_Name der Forschungsstätte_Nachname KoordinatorIn
    • die Datei „Darstellung der wissenschaftlichen Qualifikation“ soll für jeden der 3-5 Postdocs erstellt werden und wie folgt benannt werden: YIRG_Nachname ForscherIn.
  • Die Einreichung der „Expression of Interest“ ist Bedingung, um für einen Vollantrag antragsberechtigt zu sein. Alle Einreichungen, die die notwendigen formalen Antragvoraussetzungen erfüllen, werden Mitte März 2018 vom FWF zu einem Vollantrag eingeladen.
  • Dieser Vollantrag ist auf der Basis der vom FWF mit der Einladung übermittelten Antragsrichtlinien bis spätestens 20.04.2018 einzureichen.

Downloads

Antragsformular EoI(pdf, 1.0MB)

Darstellung der wissenschaftlichen Qualifikation(pdf, 106KB) (*English, pro Forscher/in zu erstellen)

1 Stichtag ist das Datum der Promotion (Promotionsdatum nicht vor dem 20.4.2014). Ausländische Forscher/innen können sich aus den Projektmitteln finanzieren, um an österreichischen Forschungsstätten tätig zu sein.

2 Beteiligte Forschende müssen das Doktorat in einer Wissenschaftsdisziplin abgeschlossen haben, die im Zusammenhang mit dem angestrebten Projekt steht. Forschende, die ein Medizinstudium in Österreich abgeschlossen haben, sind nur mit Abschlüssen nach N, O, Q 201 oder N, O, Q 094 bzw. nach N, O 790, Q 794 oder N 090 zur Antragstellung berechtigt (im Lebenslauf anzuführen).

3 Mit einem Drittel des unterrepräsentierten Geschlechts basierend auf der fachspezifischen Repräsentation von Forscherinnen und Forschern; https://ec.europa.eu/research/swafs/pdf/pub_gender_equality/she_figures_2015-final.pdf, p.25-26

4 Eine Organisationseinheit ist ein Element der Aufbauorganisation, die in der Regel im Organigramm ausgewiesen wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Organisationseinheit). Beispiele für Organisationseinheiten sind im FWF-Kontext Fakultäten an Universitäten (https://www.uni-graz.at/de/die-universitaet/die-universitaet-graz/organisation-struktur/) oder Forschungseinheiten einer außeruniversitären Forschungseinrichtung (https://www.joanneum.at/lernen-sie-uns-kennen/organisation/organigramm/#c1287).

5 „Interdisziplinarität“ bezeichnet ein integrationsorientiertes Zusammenwirken von Personen aus mindestens zwei Disziplinen im Hinblick auf gemeinsame Ziele und Ergebnisse, in dem die disziplinären Sichtweisen zu einer Gesamtsicht zusammengeführt werden.

6 Fragen an die/den Gutachter/in: How does the proposal advance frontier research and unconventional scientific approaches? Does the proposed project have the potential to question and/or change existing paradigms in the fields involved or beyond?

7 Die Anforderungen an die wissenschaftliche Qualifikation entsprechen dem Karriereverlauf; als Mindestanforderung gelten die Kriterien der Nachwuchsprogramme des FWF (Erwin Schrödinger bzw. Hertha Firnberg). Diese sind mittels CV und Publikationsliste nachzuweisen (siehe Bereich Downloads: Darstellung wissenschaftliche Qualifikation).